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Musikalischer Religionsdialog |
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Wir leben in einer Welt – mit vielen Religionen.
Drei davon berufen sich auf den gemeinsamen Stammvater Abraham:
Judentum, Christentum, Islam. Sechs solistische Stimmen haben das am 9. November in der St. Thomas Kirche gezeigt. Das, was die sechs Künstlerinnen und Künstler leitet, haben sie ihr Publikum hören, fühlen, ja genießen lassen: “Mit Hochachtung und herzlicher Toleranz erklingen die Unterschiede im Glauben, in den Weltbildern und in den Lebenseinstellungen.“ |
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Fast 300 Menschen waren gekommen. Was mit der typisch
kreuzbergischen Neugierde und Offenheit zu tun hat – aber auch mit dem
Umstand, dass die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“
alle Kosten übernahm und die Gemeinde deshalb keinen Eintritt erheben
musste. Mit Leidenschaft und großem Können ließen die Sängerinnen
und Sänger die Lieder ihrer je eigenen Religion erklingen. Jüdisch-sephardische
Gesänge waren neben christlich-orthodoxen Lieder und
islamisch-arabischer Musik zu hören, eher volkstümliche Lieder
wechselten sich mit Kirchenliedern oder dem Gebetsruf des Muezzen ab. |
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Die Anrufung Allahs von einer Kirchenempore herab, geht das? Ein kurzes Zögern, innere Anspannung – dann lauschen, wie der Sänger inbrünstig seinen Gott anruft und ihn preist. Ja, es geht. Die Stimmen klingen einzeln oder zusammen, mal miteinander oder auch gegeneinander – immer jedoch in Respekt vor dem Gesang des anderen und seinem Lobpreis des je eigenen Gottes. Christentum, Judentum und Islam grenzen sich klar und deutlich voneinander ab: durch Geschichte, Tradition, Symbole, durch das was ihnen heilig ist. Auch in der Musik klingt es unterschiedlich, mal dissonant, mal in Harmonien übergehend. Das darf, das soll so sein. |
![]() Christlich-orthodoxer wechselt mit jüdisch-sephardischem Gesang |
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![]() v.l.n.r.: Youssef El Tekhin, Anne-Lisa Nathan, Deniza Popova, Polina Proutskova, Ellen Hünigen und Johannes Schmelzer-Ziringer |
Und
gleichzeitig weisen Wort und Ton auf die Gemeinsamkeiten hin. Es geht
um die Themen des Lebens: Geburt und Tod, Hochzeit und Verlassen-Sein,
Freud und Leid. Die Lieder sind mal volkstümlich, mal kirchlich-religiös
mal überlieferter ritueller Gesang. Und münden immer wieder in die
Anrufung Gottes, in das Lob seiner Schöpfung: leidenschaftlich oder
klagend oder auch voll Freude über das Da-Sein und die Liebe Gottes
zu seinen Menschen. Marie-Luise Beck |