|
St. Thomas dankt Bischof George K.A.Bell
Doch was hat St.Thomas mit dem anglikanischen Bischof zu tun? Bischof Bell gehörte aufgrund seines Amtes von 1937 bis 1958 dem britischen Oberhaus (‚House of Lords’) an und wandte sich in seinen Reden und Veröffentlichungen gegen Klassen- und Rassenhass, gegen Krieg und gegen den Totalitarismus. Immer wieder setzte er sich für Verfolgte ein. Diese Reden im englischen Oberhaus sollen nun auch in Deutschland zugänglich gemacht werden. Mitten im Krieg, am 9. Februar 1944, protestiert Bischof Bell zum zweiten Mal gegen die Flächenbombardierung deutscher Städte. Denn die Hauptziele britischer Bomber waren Wohngebiete und Stadtzentren, um die Kriegsmoral der Deutschen zu brechen. Immer wieder bekannte Bischof Bell mit seinem Leben, dass das Gebot der Feindesliebe und die Seligpreisungen Jesu eine Weisheit enthalten, die über die Bibelstunde und die Kanzel hinausreichen. Der Bischof kannte dabei den Terror und die Unmenschlichkeit der Nazis genau. So hatten es Pfarrer Willy Oelsner und seine Frau ihm zu verdanken, dass sie am 9.Januar 1939 Deutschland verlassen und nach England flüchten konnten. Willi Oelsner, dessen Geburtstag sich am 14. Februar zum 115. Mal jährt, war von 1932 bis 1939 Pfarrer in St.Thomas und galt nach den Nürnberger Nazi-Gesetzen als Volljude. In Abstimmung mit der Bekennenden Kirche, der Pfr. Oelsner angehörte, kam er im letzten Augenblick noch auf die Liste derer, denen die Deutsche Regierung die Ausreise erlaubte. Dies hatten sie dem anglikanischen Bischof zu verdanken. Nach Kriegsbeginn kam das Ehepaar Oelsner in England in ein Internierungslager. Dort wurden beide von Bischof Bell herausgeholt und Pfr. Oelsner als Deutscher mit geistlichen Aufgaben in der anglikanischen Kirche betraut. Schließlich wurde er anglikanischer Pfarrer in Hove. Die Verbindung zu Bischof Bell riss bis zu dessen Tod nicht ab. Pfr. Oelsner besuchte nach dem Krieg noch einige Male seine alte Gemeinde in St.Thomas. Das letzte Mal zum Kirchentag 1977. In zwei Ausstellungen haben wir in St.Thomas an die Lebensgeschichte Oelsners erinnert. Vielleicht ist es ein kleines Zeichen der dankbaren Erinnerung an Bischof Bell, wenn Christen und Christinnen aus der Thomas-Gemeinde die Veröffentlichung der Reden dieses englischen Bischofs unterstützen. Dies kann geschehen durch eine Spende für die Übersetzungskosten auf das Konto des Dietrich-Bonhoeffer-Vereins (KtoNr.3690741 bei der Ev. Kreditgenossenschaft BLZ 52060410 Stichwort „Buch Bischof Bell“) oder durch die Vorbestellung des Buches (ermäßigter Preis 20€) „Ökumeniker, Brückenbauer, Fürsprecher, Europäer“ beim Fenestra-Verlag. Das Buch wird im Frühjahr 2012 erscheinen und in Verbindung mit der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin vorgestellt werden. Chr. Müller, Pfr.i.R. |
| zurück |