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Gitarren statt Gewehre

„Brot für die Welt“-Projekt 2015

 

In jedem Kirchenjahr, beginnend mit dem 1. Advent, beschließt der Gemeindekirchenrat ein Projekt als Jahresprojekt für Spenden für „Brot für die Welt“. In diesem Kirchenjahr haben wir uns aus den vielen spannenden Projekten, die „Brot für die Welt“ Weltweit unterstützt und fördert für ein Ausbildungsprojekt im Kongo entschieden. Der Titel „Gitarren statt Gewehre“ weißt schon auf die größte Schwierigkeit in diesem afrikanischen Land hin – jahrzehntelange Bürgerkriege haben nicht nur vieles in diesem Land zerstört, unzählige Menschenleben gekostet, eine funktionierende Wirtschaft fast unmöglich gemacht sondern auch viele Lebensperspektiven gerade junger Menschen und Kinder zerstört, in dem sie dazu gezwungen wurden, aktiv als „Soldaten“ am Morden mitzutun. Dieses Schicksal traf nicht nur Jungen, sondern auch Mädchen, die Zahlen sind bis heute nicht bekannt, zehntausende sollen es sein, die zum Dienst an der Waffe gezwungen wurden.

Ihnen blieb nicht nur eine Kindheit und ein geregeltes, friedliches Leben in der Familie verwehrt, sondern auch der Schulbesuch oder gar die Möglichkeit zu einer Ausbildung.

 

Das Ausbildungszentrum „Zentrum für berufliche und handwerkliche Bildung“ (Centre d'Apprentissage Professionnel et Artisanal, kurz CAPA) in Bukavu, wurde 1982 von der Gemeinschaft der Baptisten in Zentralafrika (CBCA) gegründet und ermöglicht einigen von ihnen einen Neustart im zivilen Leben.

Seit 1994 wird es vom Evangelischen Entwicklungsdienst unterstützt, der 2012 mit Brot für die Welt fusionierte. Das Zentrum bietet Ausbildung und Qualifizierung in 19 Berufsfeldern an, darunter außer dem Gitarrenbau auch Informationstechnik, Navigation und Schiffsführung, Metallbau und Ziegelherstellung. Viele der derzeit fast 780 Lehrlinge haben eine traumatische Geschichte: Es sind ehemalige Kindersoldaten oder einstige Straßenkinder, HIV-positive Frauen, Überlebende sexueller Gewalt oder ledige Mütter. Die meisten Azubis sind längst erwachsen, hatten aber nie die Gelegenheit, einen Beruf zu erlernen. Die Ausbildungsprogramme sind ihren Bedürfnissen angepasst.

 

Als ein kleines Beispiel hier die Geschichte von Chouchou Cirhangashane Kajojo (35), sie macht im CAPA einen Com-puterkurs:

Chouchou Cirhangashane Kajojo wäre gerne Journalistin geworden. Dass sie nun mit Computern zu tun hat, kommt ihrem alten Traum immerhin nahe. „Jetzt ist mein Ziel, für eine Hilfsorganisation zu arbeiten“, sagt die 35-jährige Mutter von fünf Kindern. „Und ich bin sicher, dass mir das eines Tages gelingen wird.“ So zuversichtlich war Cirhangashane Kajojo schon lange nicht mehr. Ihr erstes Kind wurde nach einer Vergewaltigung geboren, da war sie 15 Jahre alt. Später bekam sie von einem anderen Mann vier wei-tere Kinder. Als dieser sie vor drei Jahren verließ, musste sie zurück in ihr Elternhaus. „Das schlimmste war, dass er mich vorher mit HIV infiziert hat.“ Cirhangashane Kajojo erkrankte, magerte ab, bewältigte kaum noch die Hausarbeit und die Versorgung ihrer Kinder. Ihren Eltern galt sie als „Flitt-chen“, denn wie sonst, dachten sie, hätte sie sich anstecken können. „Dabei hat mich mein Mann infiziert, der ständig fremdging.“ Von ihrem Mann verlassen und von den Eltern verachtet, hatte sie zeitweise kaum den Mut, gegen die Krankheit zu kämpfen. Seitdem sie die Ausbildung macht, haben ihre Eltern wieder mehr Respekt vor ihr, und sie selbst achtet jetzt darauf, sich vernünftig zu ernähren und ihre Medikamente zu nehmen. Dass sie krank ist, sieht ihr heute niemand mehr an.

 

Diese und weitere Geschichten über Menschen in dem Ausbildungszentrum, die Situation im Kongo und was mit den Projektgeldern geschieht, können sie auch unter http://www.brot-fuer-die-welt.de/fileadmin/mediapool/Demokratische-Republik-Kongo/Projektinformation_DR_Kongo_CBCA.pdf nachlesen.

Informationen finden Sie zudem in der Kirche an der Stellwand mit Bildern und Flyern.

 

Sehr gern wollen Ihnen dieses Projekt aber auch genauer vorstellen zu einem Gemeindeabend am 17. März 2015 um 18:30 Uhr im Gemeindehaus, Bethaniendamm 25-27.

Wir werden wissenswertes über das Land erfahren, die Entstehungsgeschichte des Ausbildungszentrums und viele Bilder dazu sehen. Auch werden wir der Frage nachgehen, wie nachhaltig oder auch „gerecht“ solche Projekte sein können oder müssen.

Jedoch wollen wir nicht nur hören und sprechen, sondern auch schmecken. Wir freuen uns sehr, dass Sigrid Wilkens uns kulinarisch ins ferne Afrika entführt. Zudem wird es landestypische Musik geben.

Lassen Sie sich überraschen und seien sie sehr herzlich eingeladen. Für unsere Planungen wäre es sehr schön, wenn Sie uns kurz bescheid geben, ob sie vorhaben zu kommen. Gern unter oder telefonisch 6123722