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Gedanken zum Monatsspruch November 2016

 

Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. 2. Petrus 1,19

 

In meiner Handkonkordanz (das ist ein Buch, in dem Wörter aufgelistet und biblischen Textstellen zugeordnet sind) kommt das Wort Licht besonders oft vor. Sowohl im Alten wie im Neuen Testament gebraucht die Heilige Schrift dieses Wort  immer wieder, um ein Bild für menschliche Sehnsucht und göttliches Handeln zu finden.

Der Monatsspruch von November aus dem eher unbekannten 2. Brief des Petrus tut das Seine hinzu. Licht steht hier für das, was Paulus an ganz anderer Stelle, im 1. Korintherbrief 13, „Glaube, Hoffnung und Liebe“ nennt. Licht meint die Anwesenheit Gottes, auch wenn er verborgen ist. Und um Licht geht es gerade dann, wenn unser Leben gerade ganz und gar nichts Lichtvolles zu bieten hat. Die großen alten Texte der Heiligen Schrift sind in Mehrheit für die Menschen geschrieben, die sich im Dunklen fühlen, die mehr Licht bitter nötig haben. So ist es mit der Bibel. Sie will trösten.

Der Verfasser des 2. Petrusbriefes muntert seine verunsicherte christliche Gemeinde am Anfang des 2. Jahrhunderts nach Christus auf, dem Licht zu vertrauen. Er wählt das Bild vom Licht, um so konkret wie möglich zu sein. Was Licht ist, wissen wir Menschen. Auf die Frage, was Gott ist, können wir viel schwerer antworten.

Damals wie heute wissen wir, wie wichtig das richtige Licht für unsere Räume ist. In meiner schönen neuen Wohnung am Bethaniendamm freue ich mich über die Sonne, die zu unterschiedlichen Zeiten in die Räume fällt, wie über einen willkommenen Gast.

Und wir haben mit der St.-Thomas-Kirche ein helles, lichtdurchflutetes Gotteshaus!

Jetzt aber kommt die dunklere Jahreszeit. Wir müssen uns häufiger mit künstlichem Licht zufrieden geben. Doch so dunkel, wie es in den Zeit, in welcher der 2. Brief des Petrus geschrieben wurde, ist es ohnehin nicht mehr. Gewaltige Mengen von Energie werden verbraucht, um unseren Hunger nach Licht zu stillen.

Für unsere Kirche planen wir  gerade ein neues Lichtkonzept. Wir werden dabei auch darauf achten, umweltbewusst und sparsam zu sein.

Es wäre natürlich wunderbar, wenn wir zu ganz unterschiedlichen Tageszeiten uns im Kirchenraum bei Gottesdiensten, Konzerten und anderen Veranstaltungen begegneten! Und noch besser wäre es, wenn wir dabei die Erfahrung machen, dass es im Herzen heller werden kann. So, wie es der Verfasser des 2. Petrusbriefes gemeint hat.

 

Friederike von Kirchbach