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Gedanken zum Monatsspruch Oktober 2017

Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder der Buße tut.

Lukas 15,10

 

 

Dieser Monatsspruch für Oktober aus dem Lukas Evangelium stellt die Buße in den Mittelpunkt. In unserer Alltagssprache kommt das antiquiert anmutende Wort auch noch vor:

Bei Straßenverkehrsverletzungen sind Bußgelder zu zahlen und im Strafrecht werden oft Strafen verbüßt.

 

Ach bei Luthers Thesen handelte sich darum, dass Buße im Neuen Testament mit einem Ablaß nichts zu tun hat, sondern dass Buße eine rechte Haltung des Herzens vor Gott bedeutet, denn Buße beginnt mit der Einsicht, schuldig zu sein vor Gott, und sie geschieht durch das Bekenntnis der Sünden und das Vertrauen auf die Zusage von Gottes Vergebung.

Wer Buße tut, der versucht sich nicht zurechtzubiegen, er bleibt sich selbst in selbsterkennender Weise treu und nimmt dankbar an, dass Gott den Sünder nicht verwirft wenn er in diesem Sinne Buße tut, sondern er sich an ihm freut.

Einige Verse vorher ist davon die Rede, dass Gott sich über einen der Buße tut mehr freuen wird, als über 99, die der Buße nicht bedürfen. Dieses Gleichnis erinnert an den Grundsatz christlicher Verantwortung, die es verbietet, einen verlorenen Sohn abzuschreiben.

 

Und dieser Anspruch ist hoch: Wer ein Kind abschreibt, der verstößt gegen das Prinzip dass, alle als Kinder Gottes zum Schöpfer gehören.

Dabei müssen die, die Buße tun, nicht zu Kreuze kriechen, sondern bleiben ganz sie selber - aber sie sollen dazugehören. Das griechische Wort für Buße, „metanoia“ wird oft mit Umkehr übersetzt, bedeutet aber viel mehr ein persönlicher Schritt in neue Verhaltensweisen - vor allem die Annahme der Einladung Gottes in das Neue und die Teilhabe daran, dass wir alle Kinder Gottes samt dem verlorenen Sohn sind.

 

Pastor Ermano Meichsner