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Gedanken zum Monatsspruch Juni

 

„Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige
ohne ihr Wissen Engel beherbergt.“ Hebräer 13,2

 

 

Zunächst klingt es merkwürdig Engel zu beherbergen.
Engel, die Boten von Gottes Nähe, können unscheinbar sein. Sie sind verwechselbar. Leicht können sie uns einfach wie normale Menschen erscheinen. Den Boten sieht man die Heiligkeit nicht unbedingt an. Wer sie nicht versäumen will, braucht die Bereitschaft, Unbekannte aufzunehmen.
Die Bibel erzählt, wie die Botschaft von Gottes Gnade mit Hilfe himmlischer Boten also mit Engeln die Menschen stets erreicht hatte.
Ohne den Besuch der drei Männer hätten Abraham und Sara  von dem späten Segen mit einem Sohn nichts erfahren. Ohne die himmlischen Heerscharen wäre die Geburt eines Kindes in Bethlehem ohne weitere Resonanz geblieben.  Ohne die Boten am leeren Grab Jesu hätten die Frauen die  Auferstehung nicht bezeugen können: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“  Ohne die Engel hätten die Apostel die frohe Botschaft nicht am eigenen Leib erfahren – so wie Petrus, dem ein Engel den Weg aus dem Gefängnis wies.
 In all diesen Beispielen sind die Engel Boten und Wegweiser. Sie öffnen die Verbindung zwischen Himmel und Erde – wie jene Engel, die Jakob im Traum erscheinen und auf einer Himmelsleiter auf und nieder steigen und auf Gott selbst hinweisen, der am obersten Ende der Himmelsleiter steht und sagt: „Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott.“
Engel weisen auf Gottes Einzigkeit hin. Sie sind nur Boten für die Macht Gottes und haben keine eigene Macht
Martin Luthers Morgensegen erwähnt die Engel:
„Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde.“
Wir bitten Gott um den Beistand seiner Engel. Wir brauchen nicht an die Engel zu glauben, sondern sie sind uns eine Hilfe dabei, uns an die Wirklichkeit Gottes zu halten, die unser Begreifen übersteigt.
Ein kleiner Bronzeengel auf meinem Schreibtisch erinnert mich Tag für Tag an diese größere Wirklichkeit.
Oft liegt ein Brief oder eine Adresse unter ihm: Menschen, die ich nicht vergessen will, die einen Gruß erhalten, in meiner Fürbitte vor Gott genannt werden wollen.
So wie auf Gott weist mich der Engel auch auf den Nächsten, auf Menschen, die mir nahe sind oder denen ich näher kommen möchte. Engel schlagen Brücken.
Öffne dich für Gott und für deinen Nächsten.
So beherbergenn wir ohne es zu merken Engel.
Daran erinnert werden uns der Monatsspruch.
Sind wir gastfrei also frei gegenüber Gästen, und lassen Freundschaft gegenüber Fremden walten, dann verhalten wir uns gottgefällig. Genau das ist es, was Gott gegenüber uns als Menschen immer wieder tut. Jeden Tag aufs Neue!
Wenn wir gastfreundlich sind - filoxenia heisst es im griechischen Urtext -  dann heisst das, dass wir  Im weiteren Sinn eine freundliche Gesinnung gegenüber Fremden, ja sogar bis hin zu Feinden ausüben sollen.
Dann ist die heilende Wirklichkeit Gottes zu Gast jeden Tag aufs neue und wir beherbergen Engel.


Pastor Ermano Meichsner